Zudem fällt auf, dass trotz intensivster wissenschaftlicher Forschungsbestrebungen und weltweit hunderter von Milliarden Dollar bzw. Euro an Forschungsgeldern und Therapiekosten bis auf einige wenige klar umrissene Krebs-Erkrankungen der schon so oft angekündigte wissenschaftliche Durchbruch in der Therapie von Krebserkrankungen ausgeblieben ist. Man betrachte hierzu nur die eklatante Differenz zwischen den versprochenen und den tatsächlich eingetretenen Heilsversprechungen im Zusammenhang mit der kompletten Entschlüsselung des menschlichen Genoms („Human genome project“). Die World Health Organisation (WHO) prognostiziert, dass im Jahre 2020 jeder zweite Bewohner unseres Planeten an Krebs sterben wird.
Daher sind zwei grundlegende Schlussfolgerungen absolut naheliegend und die Umsetzung der sich daraus ergebenden therapeutischen Konsequenzen ist meines Erachtens zwingend erforderlich:
1.: Die prozentuale Zunahme einzelner Krebserkrankungen (an der Gesamtzahl der neu aufgetretenen Krebserkrankungen) wie auch die eklatante generelle Zunahme neu hinzugekommener Krebserkrankungen muss kausal, d.h. ursächlich, mit unserem physischen und psychischen Lebensumfeld verknüpft sein. Wenn man allein die Anzahl der in den letzten Jahrzehnten entwickelten neuen synthetischen Verbindungen (etwa 50 Millionen!) wie auch unsere im Vergleich zu unseren Vorfahren drastisch veränderte Lebens- und Ernährungsweise mit etwas kritischem Abstand betrachtet, so drängt sich der Verdacht eines ursächlichen Zusammenhangs hier geradezu auf. Nur angemessen diskutiert wird er in wissenschaftlichen Fachkreisen (mit Ausnahme derer der Umweltmedizin und der Naturheilverfahren) leider fast ausnahmslos nicht. Daraus resultiert die zweite Schlußfolgerung:
2.: Eine dauerhaft erfolgversprechende wie auch immer geartete Therapie von Krebserkrankungen sollte nicht allein auf die Bekämpfung der Erkrankung Krebs auf der lokalen oder systemischen körperlichen Ebene beschränkt werden. Vielmehr müssen die individuelle Reaktionslage des Patienten, seine individuellen physischen und psychischen Belastungen, seine genetischen Dispositionen (zu bestimmten Erkrankungen, zur Entgiftung etc.) sowie sein komplettes berufliches und privates Lebensumfeld in die diagnostischen und therapeutischen Erwägungen mit einbezogen werden. Erst dann behandeln wir auch wirklich unsere Patienten und nicht nur deren Diagnosen. Entsprechend vielfältig müssen sich auch unsere Therapien bzw. unsere Therapieansätze ausnehmen, um möglichst viele der genannten „kausalen Ebenen“ einzubeziehen. Das wiederum impliziert, dass unter Umständen diverse Behandlerinnen und Behandler gemeinsam in den Heilungsprozeß des Patienten eingebunden werden sollten und der Patient für ein derartig systemisches Arbeiten an und mit ihm natürlich auch entsprechend offen sein sollte.